vom drohenden Versorgungsproblem zum leistungsfähigen kommunalen Gesundheitszentrum
Die Gemeinde Klettgau reagierte frühzeitig auf unsichere Praxisnachfolgen und den Rückzug eines niedergelassenen Hausarztes. Dostal & Partner begleitet das Projekt seit 2022 von der Vorbereitung über Zulassungsprüfung und Personalgespräche bis in den laufenden Betrieb. Heute arbeiten im MVZ Klettgau vier Ärzte und rund 25 MFA auf zwei Stockwerken. Das MVZ versorgt mehr als 10.000 Patienten und leistet rund 15.000 Behandlungen pro Jahr. Mittelfristig soll der Fachbereich Gynäkologie ergänzt werden.
Die Gemeinde Klettgau mit rund 7.500 Einwohnern stand vor einer Entwicklung, die viele ländliche Kommunen betrifft: Die ärztliche Versorgung wurde zunehmend unsicher, Praxisnachfolger waren schwer zu finden und junge Ärzte wollten immer seltener das wirtschaftliche Risiko einer eigenen Niederlassung übernehmen.
Für die Gemeinde war früh erkennbar, dass ein rein abwartender Umgang mit dem Thema nicht ausreichen würde. Ausschlaggebend war letztlich der absehbare Rückzug eines niedergelassenen Hausarztes Ende 2023. Ohne eine kommunale Lösung hätte dies erhebliche negative Auswirkungen auf die hausärztliche Versorgung und damit auf einen wichtigen Teil der örtlichen Daseinsvorsorge gehabt.
Dostal & Partner begleitet das Projekt seit 2022. Die Unterstützung umfasste die inhaltliche Vorbereitung, Studien und Analysen, Gespräche mit Beteiligten, die Zulassungsprüfung, Personalgespräche sowie die praktische Umsetzung des kommunalen MVZ. Damit handelte es sich nicht um eine punktuelle Beratung, sondern um eine umfassende Begleitung von der ersten Projektidee bis in den laufenden Betrieb.
Die Gemeinde Klettgau entschied sich für die Gründung eines kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums. Am 11. September 2023 wurde die MVZ Klettgau GmbH als kommunale Trägergesellschaft gegründet. Damit entstand eine Struktur, in der Ärzte angestellt arbeiten können, ohne selbst eine Praxis kaufen, gründen oder das volle unternehmerische Risiko tragen zu müssen.
Die Inbetriebnahme erfolgte zum 2. Januar 2024; für Patienten öffnete das MVZ am 8. Januar 2024. Gestartet wurde zunächst mit zwei Ärzten. Da keine bestehende Praxis übernommen wurde, musste der Praxisbetrieb von Grund auf neu aufgebaut werden. Als Standort wurde das ehemalige Rathaus im Ortsteil Grießen genutzt. Dort wurde zunächst das Erdgeschoss für den Praxisbetrieb umgebaut; später wurde wegen der erfolgreichen Entwicklung auch das Obergeschoss einbezogen.
Das kommunale MVZ ermöglicht geregelte Arbeitszeiten, feste Vergütung, Entlastung von administrativen Aufgaben und eine bessere Organisation von Vertretung und Praxisbetrieb. Damit wurde das MVZ Klettgau als Antwort auf veränderte Erwartungen junger Ärzte und auf die schwieriger werdende Praxisnachfolge im ländlichen Raum aufgebaut.
Seit der Inbetriebnahme hat sich das MVZ Klettgau zu einem leistungsfähigen kommunalen Gesundheitsstandort entwickelt. Heute arbeiten dort vier Ärzte und rund 25 medizinische Fachangestellte auf zwei Stockwerken. Das MVZ versorgt mittlerweile mehr als 10.000 Patienten und kommt auf rund 15.000 Behandlungen pro Jahr.
Ergänzend soll mittelfristig der Fachbereich Gynäkologie aufgebaut werden, gegebenenfalls an einem zweiten Standort. Damit wird das MVZ Klettgau nicht nur als Sicherungsinstrument für die hausärztliche Grundversorgung verstanden, sondern als wachsender kommunaler Gesundheitsstandort mit Entwicklungsperspektive.
Das Beispiel Klettgau zeigt, wie eine Kommune durch rechtzeitiges Handeln aus einer drohenden Versorgungslücke ein tragfähiges und wachsendes kommunales Gesundheitszentrum entwickeln kann.
Offizielle MVZ-Website: www.mvz-klettgau.de
